Gehörlosenbildung

Der Weg zur gezielten Bildung für gehörlose Kinder in Kärnten begann vermutlich mit den Anstrengungen von Lehrer Hartl im Jahr 1847 und der Gründung des Vereins zur Taubstummenbildung im Jahr 1849.
Später, im Jahr 1901, entstand die Landestaubstummenanstalt in Klagenfurt. Leider hatten die negativen Auswirkungen des Mailänder Kongresses von 1880 ein Verbot der Gebärdensprache zur Folge. Dies führte zu erheblichen Bildungslücken aufgrund der eingeschränkten Wissensvermittlung. Diese hat spürbare Konsequenzen bis heute. Die Schließung der Gehörlosenschule in Klagenfurt im Jahr 1998 erfolgte aufgrund sinkender Schülerzahlen.

Das Gehörlosenheim im Wandel der Zeit
Vor fast 110 Jahren, in den Anfängen der Gehörlosenbildung, begann hier in Kärnten eine bedeutende Bewegung. Der damals etwa 25-jährige Emil Petrui setzte sich dafür ein, die Gehörlosen zu unterstützen. Seine Bemühungen führten zur Gründung des „Kärntner Taubstummenvereins“ im Jahr 1914 in Klagenfurt. Zu diesem Zeitpunkt konnte er wahrscheinlich nicht ahnen, dass seine Initiative den Grundstein für eine Gemeinschaft legte, die später als Kärntner Gehörlosengemeinschaft bekannt wurde. Diese Gemeinschaft besteht bis heute als Gehörlosenverband Kärnten fort. Petrui rief damals zur gegenseitigen Hilfe, zur Kameradschaft und zum festen Zusammenhalt auf, Prinzipien, die die Gehörlosen während der frühen Jahre der Verbandsgeschichte sowie während der mühsamen Wiederaufbauzeiten nach den Kriegen stets begleiteten.

Ein bedeutsames Ereignis ereignete sich im Jahr 1957. Durch hartnäckiges Sparen und engagiertes Spendensammeln wurde es möglich, ein geeignetes Anwesen in Klagenfurt/St. Martin zu erwerben – ein Gebäude mit zwei Nebengebäuden. Dies markierte die Geburtsstunde des ersten eigenen Gehörlosenheims! Das Heim war idyllisch an einen kleinen Felshügel am Stadtrand von Klagenfurt, in der Nähe des malerischen Wörthersees, angelehnt. Endlich konnten Versammlungen, gesellige Zusammenkünfte und Festlichkeiten in den eigenen Räumlichkeiten abgehalten werden.

Viele schöne Erinnerungen sind mit diesem Haus verbunden.
Immer wieder waren auch Gäste auf Wörthersee-Urlaub in den einfachen Zimmern.
Gehörlose, die in dieser Zeit das Haus belebten erzählen, dass es manchmal recht eng war – aber dafür immer sehr gemütlich!

Der erste Fernseher im Gehörlosenheim wurde stolz präsentiert.

Franz Rencher mit seiner Gattin hinter der Theke
Die Geselligkeit und das Austauschen von Neuigkeiten bis in die frühen Morgenstunden im Gehörlosenheim bot eine wohltuende Abwechslung zum ansonsten oft kommunikationsarmen Alltag der Gehörlosen.
Neubau des Gehörlosenzentrums
Über mehr als 10 Jahre hinweg war das Heim in der Kohldorferstraße das belebte Zentrum, das stets zahlreiche Besucher anzog. Leider wurde die Freude abrupt getrübt, als der Bau der Autobahn unmittelbar vor dem Haus geplant wurde. Mit schwerem Herzen musste man sich daher im Jahr 1969 von dem geliebten Heim verabschieden.
Unter dem damaligen Verbandsleiter Franz Rencher wurde ein passendes Grundstück für den Neubau eines neuen Gehörlosenzentrums gesucht.

Bereits im Juni 1970 war die Spatenstichfeier vorerst nur für das Wohnhaus. Im Mai 1972 war die feierliche Schlüsselübergabe und das Wohnhaus zum Einzug fertig.

Nach großen Herausforderungen wurde die zweite Bauphase eingeleitet, die den Bau des Mehrzweckgebäudes umfasste. Im September 1979 wurde das neue Zentrum schließlich feierlich eröffnet, was den Kärntner Gehörlosen große Freude bereitete. Doch neben der Freude brachten das neue Gebäude auch Sorgen und Probleme mit sich. In den 1980er Jahren gelang es Jakob Merlitsch, der damalige Leiter des Landesverbands, mithilfe zahlreicher fleißiger Gehörloser, die noch bestehenden finanziellen Belastungen durch Haussammlungen endgültig zu bewältigen. Ab diesem Zeitpunkt war das Haus schuldenfrei.

Unter der Leitung von Gerlinde Wrießnegger, der ersten weiblichen LV-Leiterin ab 1994, begann eine neue Ära in der Geschichte des Verbands. In den darauffolgenden Jahren wurden verschiedene Modernisierungen am Zentrum durchgeführt. Diese umfassten die Renovierung des Clubraums, des Kellerlokals, der Büros sowie die Installation eines neuen Dachs, neuer Fenster, eines Vollwärmeschutzes und einer Fernheizung im Zeitraum von 1995 bis 1996. Das übergeordnete Ziel war es, die Wohnqualität zu verbessern und die vielfältigen Räumlichkeiten des Zentrums effizienter zu nutzen.


Neues entsteht
Neben den Renovierungsarbeiten am Gebäude lag ein besonderer Fokus darauf, die Lebenssituation der Gehörlosen zu verbessern. Ein bedeutender Schritt in diese Richtung war die Gründung des Gehörlosenbildungszentrums. Im Jahr 1996 wurde das Gehörlosenbildungszentrum als eigenständige Einrichtung neben dem Landesverband, initiiert durch die Gehörlosenseelsorge Kärnten unter der Leitung von Diakon Dietmar Böte und mit Unterstützung der Kärntner Landesregierung (Abteilung 13), feierlich eröffnet – das erste seiner Art in Österreich! Die Entwicklung des Zentrums ist jedoch fortlaufend. Mit einem wachsamen Blick auf die Zukunft werden fortwährend Wege gesucht, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden und kreative Ideen umzusetzen. Das alte Gehörlosenheim wurde schließlich im Sommer 2001 abgerissen, obwohl es trotz der Autobahn noch stand. Der nun leere Platz erhielt möglicherweise als kleines Symbol einen neuen Namen: die Petruigasse, als Hommage an die Gründer des Gehörlosenvereins.

Feierliche Einweihung der Petruigasse

Im Herbst 2001 war für den Landesverband ein ganz besonderes Ereignis: die bisher namenlose Straße vor unserem Zentrum hatte endlich auf unserem Wunsch (und mit politischer Unterstützung von Fr. B. Merlitsch) einen sehr bezeichnenden Namen bekommen: Petruigasse. Zur Einweihungsfeier war natürlich vor allem auch Fr. Singer, die Tochter von Emil Petrui eingeladen. LV-Leiterin Fr.Wrießnegger würdigte in ihrer Ansprache die Aufbauarbeit und den Einsatz von Emil Petrui für die Kärntner Gemeinschaft der Gehörlosen. Unter den Gästen war es für jene älteren Gehörlosen, die Petrui noch persönlich gekannt hatten, eine große Freude, dass mit dieser Namensgebung auch eine späte Anerkennung seiner Arbeit erfolgt ist.
Auszüge aus der Zeitschrift „aktuell“ von Jänner 2002 und Ergänzungen
KÄRNTEN – Pionierland für Gehörlose
Zum Jahreswechsel 2002 zieht der Vorstand des LV eine Bestandsaufnahme und wirft einen Blick auf die Zukunftsperspektiven.
Das Ende des Jahres bietet eine geeignete Gelegenheit, um eine Bestandsaufnahme vorzunehmen und die Arbeit der vergangenen Jahre zu bewerten. Was haben wir erreicht? Was wurde verbessert? Welche neuen Herausforderungen sind aufgetreten? Das Resümee fällt gemischt aus.
Seit der Gründung unserer Gehörlosengemeinschaft in Kärnten im Jahr 1914 hat unsere Geschichte viele Höhen und Tiefen erlebt. Doch eine Erkenntnis hat sich immer wieder bestätigt: Aufgeben bedeutet verlieren – nur durch Ausdauer und Beharrlichkeit erreichen wir unsere Ziele.
Obwohl die Gruppe der Gehörlosen in Kärnten vergleichsweise klein ist, etwa 500 Personen, können wir dennoch stolz auf das Erreichte zurückblicken. In unserem Bundesland wurden bedeutende Fortschritte erzielt, und wir dürfen mit Recht stolz darauf sein. Es gab zahlreiche positive Entwicklungen und Pionierarbeit wurde geleistet. Die Gemeinschaft der Gehörlosen und auch einige Hörende haben stets nach neuen Wegen gesucht und sie auch gefunden. Viele innovative Ideen wurden erfolgreich umgesetzt, einige davon sogar erstmalig in Österreich. Diese wegweisenden Initiativen wurden von anderen übernommen – eine Anerkennung, die wir gerne annehmen.
Bilingualer Schulversuch
Im Jahr 1989 erlebte der Schulbereich eine erfreuliche Wende. Der erste bilinguale Schulversuch, der die Gebärdensprache einschloss, wurde in Österreich eingeführt (unter der Leitung von Pöllabauer/Pinter). Fr. Monika Pöllabauer kehrte nach einem längeren Aufenthalt in Amerika zurück und brachte frische Ideen mit sich.
In diesem Schulversuch wurde 1990 erstmals eine gehörlose Gebärdensprachassistentin (G. Wrießnegger) als „native speaker“ im Schulbereich eingesetzt. Dadurch wurde – ähnlich wie vor 1880 – ein Unterricht in authentischer Gebärdensprache durch Gehörlose selbst ermöglicht!

Kommunikationsanforderungen
Die Schließung der Gehörlosenschule im Jahr 1998 war für viele eine schmerzhafte Erfahrung. Doch sie führte möglicherweise auch zu einer intensiveren Überprüfung im staatlichen Schulbereich, wie gehörlose Kinder besser unterrichtet werden können. Die Entscheidung, sie mit Stütz- oder Begleitlehrern in Klassen mit hörenden Kindern zu platzieren, führte jedoch eher zu einer erneuten Isolation. Besonders in den späteren Klassen, insbesondere während der Pubertät, fehlt oft die Bereitschaft der Mitschüler, in den Pausen locker mit den Gehörlosen zu plaudern. Es war ein einzigartiges Erlebnis, als es früher einmal über 100 Kinder gab und die Kommunikation ungehindert stattfinden konnte.
Kinder- und Jugendaktionen
Die Teilnahme an außerschulischen Aktivitäten speziell für gehörlose Kinder und Jugendliche bot eine wertvolle Gelegenheit, gemeinsame Abenteuer zu erleben und Gemeinschaft zu erfahren. Diese Aktionen waren eine Möglichkeit, zumindest für einige Stunden oder Tage eine lockere Kommunikation zu erleben – eine Aktion, die nach der Schließung der Gehörlosenschule noch wichtiger wurde.


Wir können uns darüber freuen, dass seit 1991 regelmäßig Kinder- und Jugendaktionen stattfinden. Diese Aktionen sind zu einem wichtigen und bereichernden Bestandteil unserer Arbeit geworden.
Einige dieser Aktionen umfassen Campingausflüge zum Balaton, nach Ca’Savio und Baska, Abenteuercamps auf der Wasserkuppe, Reisen nach Irland, Bergwochen und vieles mehr.
Das Ziel dieser Aktivitäten ist es, die Kontakte untereinander und mit anderen Gehörlosen zu fördern, die Selbstständigkeit im Alltag zu stärken, das Gemeinschaftsgefühl und die Eigenverantwortlichkeit zu entwickeln sowie Abenteuer in der Natur zu erleben. Vor allem aber ermöglichen sie eine unbehinderte Kommunikation.

Eine herausragende Anerkennung unserer Bemühungen für Gehörlose und eine bedeutende Auszeichnung erfolgte durch die Kärntner Landesregierung im Jahr 1995 mit dem Kärntner Menschenrechtspreis. Es ist äußerst erfreulich, dass unser Engagement auch außerhalb des Gehörlosenbereichs Beachtung findet. Die großzügige Geldsumme, die mit dieser Auszeichnung verbunden war, stellte eine äußerst willkommene Unterstützung für unser hart erkämpftes Budget dar.
Gehörlosenbildungszentrum
Internationale Kontakte, insbesondere im Rahmen von Weltkongressen, haben uns deutlich vor Augen geführt, wie stark das Bildungsdefizit der österreichischen Gehörlosen im Vergleich zu anderen Ländern ist. Ein bedeutender und mutiger Schritt zur Verbesserung erfolgte im Jahr 1996 mit der Eröffnung des ersten Bildungszentrums Österreichs speziell für Gehörlose in Klagenfurt, dem sogenannten Gehörlosenbildungszentrum (GBZ).
Seit seiner Gründung hat das GBZ kontinuierlich innovative Impulse gesetzt und zahlreiche Neuerungen eingeführt. Durch regelmäßige Bildungsveranstaltungen wurde den Gehörlosen neues Wissen vermittelt, und wir konnten konkrete Verbesserungen für sie erreichen.
Ein Beispiel hierfür ist der von uns im Jahr 1998 angebotene PC-Kurs „Internet für Gehörlose“. Nach diesem Kurs setzte sich das GBZ weiterhin dafür ein und verhandelte erfolgreich mit der damaligen Internetfirma „carinthia-online“, um den Kärntner Gehörlosen ein gutes Internetangebot zu ermöglichen. Als Ergebnis erhielt jeder interessierte Gehörlose kostenlosen Internetzugang, und ebenfalls kostenlos: Wir bekamen unsere eigene Homepage im Netz – ein bedeutender Meilenstein, da unsere Homepage bereits seit 1999 besteht. Das ist wirklich großartig!
Vorzeige Projekte
Ein bemerkenswertes Projekt war das „Bus-Projekt“ im Jahr 1999. Trotz anfänglicher Rückschläge in Form ausbleibender Rückmeldungen auf zahlreiche Bittbriefe. Über viele Monate hinweg wurde für eine gesicherte Finanzierung gesetzt, bis im September 1999 schließlich genügend Geld zusammengekommen war, um den Bus anzuschaffen. Am 8. Oktober 1999 wurde der Bus dann feierlich in Empfang genommen.
Dank großzügiger Spenden konnten wir einen modernen und geräumigen Bus mit großem Laderaum erwerben, was besonders den Kindern und Senioren zugutekam. Ein besonderes Highlight, insbesondere für Gehörlose, war die Installation einer umgedrehten Sitzbank, die eine zugewandte Sitzanordnung ermöglichte und somit während der Fahrt angenehme Gespräche ermöglichte. Mit seinem langen Radstand und einer Leistung von über 100 PS bietet der Bus ein komfortables Fahrerlebnis, auch auf längeren Strecken.

Ein anderes Anliegen hat etwas länger gedauert: Bei einem Vortrag im GBZ zum Thema Handygebühren im Jahr 1999 hatten wir die Gelegenheit, den eingeladenen Netzbetreibern (damals A1, max, one) die Situation der Gehörlosen eindrücklich zu schildern. Zu dieser Zeit kostete eine SMS noch ÖS 3,-. Das Versenden von SMS-Nachrichten war für Gehörlose eine einfache und schnelle Möglichkeit zur Kommunikation, weit besser als Fax oder Schreibtelefon.
Wir haben es geschafft, dass die Netzbetreiber das Problem der Gehörlosen verstehen konnten und sich um Änderungen bemühten. Bald darauf gab es Verbesserungen, zuerst von one und max und später auch von A1, wie die Grundgebührenbefreiung für alle Gehörlosen. Dies war ein schöner Erfolg!
Es war auch interessant zu beobachten, wie schnell einige Gehörlose ihre Texte tippen konnten. Bei einem kleinen Wettbewerb zeigte Dagmar, dass sie die schnellsten Finger hatte. Herzlichen Glückwunsch!

Kinderhort
Die gehörlosen Schulkinder, die auf verschiedene Schulen verteilt waren, wünschten sich die Möglichkeit, sich nachmittags zu treffen. Deshalb wurde im Jahr 1998 zunächst experimentell und später regelmäßig eine spezielle Nachmittagsbetreuung angeboten. Aus diesem Angebot entwickelte sich schließlich der spezielle Kinderhort für hörbeeinträchtigte Kinder, initiiert von G. Wrießnegger und D. Schnepf. Mit der Einführung des Kinderhorts entstand die Notwendigkeit, regelmäßig zu kochen. Dies führte zur Schaffung eines passenden Arbeitsplatzes für einen gehörlosen Koch namens Thomas B. Dadurch wurde mittags und oft auch abends warmes Essen angeboten, nicht nur für die Kinder, sondern auch für diejenigen, die das Kellerlokal nutzten.
„Aktuell“ – unsere Zeitung:
Im Zusammenhang mit dem Gehörlosenbildungszentrum entstand aus dem anfänglich dünnen Programmfalter die Zeitschrift „Aktuell“. Diese wurde sowohl von vielen Gehörlosen als auch von Hörenden gerne gelesen, weshalb die Auflage von anfänglich 300 auf 450 Stück erhöht werden musste. Zu dieser Zeit war „Aktuell“ die einzige landesweite Zeitung in Österreich, die speziell für und mit den Gehörlosen gestaltet wurde.
Neue Mitarbeiterin
Im Jahr 1997 gab es im Landesverband eine lang ersehnte Neuerung. Nach konstruktiven Verhandlungen mit der Abteilung für Soziales der Kärntner Landesregierung konnte eine neue Arbeitsstelle finanziert werden. Als Sozialarbeiterin wurde Mag.a Barbara Reinisch angestellt. Damit wurde ein bedeutender Schritt hin zu einer intensiveren Sozialbegleitung für gehörlose Menschen gemacht.

Im Jahr 2002 verzeichnet das Gehörlosenzentrum eine lebendige und vielfältige Nutzung seiner Räumlichkeiten und modernen technischen Ausstattung. Täglich herrscht reges Treiben, mit einer Vielzahl von Aktivitäten wie Beratungsdiensten, Kinderhort, Kursen, Treffen, Vereinsversammlungen, Arbeitskreisen und Bildungsveranstaltungen. Das Kellerlokal, betreut von G. Wrießnegger, ist fast täglich geöffnet und hat sich zu einem gemütlichen Treffpunkt entwickelt, der nicht nur von Gehörlosen, sondern auch von anderen gerne besucht wird. Junge, engagierte Mitarbeiter bringen frischen Wind in die Vereinsvorstände, unterstützt durch regelmäßige Schulungen und Teamtrainingskurse, die die Zusammenarbeit verbessern und die Planung und Durchführung von Veranstaltungen erleichtern.
Der Dolmetschdienst und die Sozialbegleitung verzeichnen einen starken Anstieg und stoßen bereits an ihre Belastungsgrenzen, was jedoch die gute Akzeptanz dieser wichtigen Dienste zeigt. Das Gehörlosenbildungszentrum ist besonders aktiv und bietet eine breite Palette an Bildungsveranstaltungen an, die von den Gehörlosen gut angenommen werden. Es werden Vorträge zu verschiedenen Themenbereichen angeboten, und die Ideen der Gehörlosen fließen aktiv in das Programm ein. Die Anzahl der Veranstaltungen hat bereits die 200er-Marke überschritten.
Die positive Entwicklung des Zentrums gibt Anlass zur Zuversicht für die Zukunft. Es wird intensiv an einem neuen Projekt gearbeitet, um alle Aktivitäten in eine geeignete Struktur zu bringen und ein Sozialzentrum für alle Hörbeeinträchtigten zu schaffen. Dieses Zentrum soll eine Zusammenfassung und enge Vernetzung der bereits bestehenden Einrichtungen sein und als Vorreiter in Österreich dienen, um eine effektive und gezielte Beratung, Begleitung und Betreuung hörbeeinträchtigter Menschen und ihrer Angehörigen in Kärnten zu erreichen.
Verein: Zentrum Hören

Am 27. Februar 2004 öffnete das ZENTRUM HÖREN seine Türen als eine Ergänzung zum Gehörlosenverband. In einer Feier wurde die Wichtigkeit des gegenseitigen Verstehens und der Akzeptanz von Vielfalt betont, indem das „Aufeinander-zugehen“ als entscheidender Schritt zur Verbesserung der Interaktion mit Behinderungen hervorgehoben wurde.
In den Jahren 2004 bis 2008 erfolgte die Tätigkeit durch zwei Projektpartner, den Gehörlosenverband und das ZENTRUM HÖREN. Konstruktive Teamtreffen ermöglichten ein schnelles Reagieren auf Anforderungen, und mit Flexibilität und Kreativität wurden viele gute Ideen umgesetzt.
Ende 2006 wurde neben der jährlichen Generalversammlung des Bildungs- und Sozialhilfswerk für Hörbeeinträchtigte (BSH) eine regelmäßige BSH-Projekt-Tagung („WWW – Was Wir Wollen“) eingeführt, um die Zusammenarbeit zwischen Gehörlosenverband und ZENTRUM HÖREN zu fördern und den Informationsaustausch zu verbessern. Diese Tagung beinhaltete Reflexion, Bestandsaufnahme und Zukunftsperspektiven für das gesamte Beratungs-, Bildungs- und Sozialzentrum für Hörbeeinträchtigte.
Als Dietmar Böte in Pension ging wurde die Sozialberatungsstelle von der erfahrenen Buchhalterin und Mitarbeiterin Frau Josefine Waldhauser weitergeführt. Dietmar Böte stand auch darüber hinaus für Fragen zur Verfügung und blieb Obmann des Trägervereins BSH.
2019 wurde mit Eva Sacherer eine Sozialarbeiterin und Gebärdensprachdolmetscherin eingestellt. Frau Waldhauser lernte die neue Kollegin noch an, reduzierte ihre Tätigkeiten in der Altersteilzeit und ging schließlich auch in den wohlverdienten Ruhestand.
Nach vielen Jahren der Kooperation zeigte sich in den beratenden Gesprächen mit dem Gehörlosenverband, dass dieser selbst die Trägerschaft der angeschlossenen Projekte in Zukunft übernehmen wollte. So wurde mit Ende 2023 nach fast 20 jährigem Bestehen der Verein BSH aufgelöst und alle Verbindlichkeiten wurden abgeschlossen. Vielen Dank an Dietmar Böte und Josefine Waldhauser für ihre jahrelange Tätigkeit und ihr Engagement für Menschen mit Hörbeeinträchtigung.

GEBÄRDENSPRACHZENTRUM
Jänner 2024 eröffnete das nun neue Projekt GEBÄRDENSPRACHZENTRUM, dessen Träger der Gehörlosenverband Kärnten ist. Dagmar Schnepf koordiniert nun als Projektleiterin zwei Mitarbeiterinnen, die Sozialarbeiterinnen Eva Sacherer und Bibiane Oberdorfer.
Im Frühjahr veranstaltete der Gehörlosenverband einen großen Logowettbewerb. Jeder, der Interesse hatte durfte Ideen einbringen und mit diskutieren. Aus den eingesendeten Vorschlägen wurde von allen Mitgliedern der Vereine das oben abgebildete Logo ausgewählt.




Im weiteren Verlauf des Jahres 2024 sind wir damit beschäftigt, uns inhaltlich und strukturell neu aufzustellen und innerhalb des Teams einen guten, produktiven Weg der Zusammenarbeit zu finden.
